SF-Klassen-Tabelle 2026
Die SF-Klassen-Tabelle übersetzt schadenfreie Jahre in einen Beitragssatz zwischen 20 % (SF-30+) und 230 % (SF-Malus M). Nach einem Schaden werden Sie typischerweise 4–6 Klassen zurückgestuft — die Mehrkosten summieren sich über 5–7 Jahre. Konkrete Werte aller Klassen und Versicherer-Unterschiede in den Tabellen unten.
Wie die SF-Klassen-Tabelle funktioniert
Die Schadenfreiheitsklasse (kurz SF-Klasse) ist das Rabattsystem der deutschen Kfz-Haftpflichtversicherer. Sie wird als Zahl ausgedrückt — von SF-Malus M (für mehrfach Geschädigte oder Anfänger ohne Vor-Klasse) bis SF-50 (für sehr lange unfallfreie Fahrer). Jeder SF-Klasse ist ein Beitragssatz zugeordnet, der bestimmt, welchen Prozentsatz des Grundbeitrags Sie tatsächlich zahlen.
Pro schadenfreiem Jahr werden Sie um eine Klasse hochgestuft. Bei einem selbstverschuldeten Schaden werden Sie zurückgestuft — wie weit, hängt von Ihrer aktuellen Klasse und der Anzahl Schäden im Jahr ab. Die SF-Klasse ist personengebunden, wird bei Versicherer-Wechsel aber gesetzlich mitgenommen.
Drei Punkte sind beim Lesen der Tabelle wichtig. Erstens: die Beitragssätze sind Richtwerte — jeder Versicherer hat eigene Tarifbedingungen, die um 3 bis 8 Prozentpunkte abweichen können. Zweitens: die Rückstufungs-Tabelle (was nach einem Schaden passiert) steht separat in Ihrem Versicherungsvertrag und ist nicht identisch mit der Beitrags-Tabelle. Drittens: die SF-Klassen-Tabelle gilt für die Kfz-Haftpflicht und parallel für die Vollkasko — Teilkasko hingegen kennt keine SF-Klassen.
Die vollständige SF-Klassen-Tabelle 2026
Die folgenden Beitragssätze sind branchenübliche Richtwerte für 2026. Sie zeigen, wie sich Ihr Beitrag prozentual zum Grundbeitrag entwickelt — in der Spalte ganz rechts mit einem Beispiel-Grundbeitrag von 800 Euro pro Jahr.
| SF-Klasse | Schadenfreie Jahre | Beitragssatz (Richtwert) | Beitrag bei 800 € Grundbeitrag |
|---|---|---|---|
| SF-Malus M | Mehrere Schäden / Anfänger ohne Vor-Klasse | 230 % | 1.840 € |
| SF-Malus S | Sonder-Konstellationen, Wiedereintritt | 155 % | 1.240 € |
| SF-½ | ¾ Jahr (Sonderfall Halbjahres-Police) | 140 % | 1.120 € |
| SF-0 | 0 Jahre · Fahranfänger | 100 % | 800 € |
| SF-1 | 1 Jahr | 85 % | 680 € |
| SF-2 | 2 Jahre | 75 % | 600 € |
| SF-3 | 3 Jahre | 65 % | 520 € |
| SF-5 | 5 Jahre | 55 % | 440 € |
| SF-8 | 8 Jahre | 45 % | 360 € |
| SF-10 | 10 Jahre | 38 % | 304 € |
| SF-12 | 12 Jahre | 34 % | 272 € |
| SF-15 | 15 Jahre | 30 % | 240 € |
| SF-20 | 20 Jahre | 25 % | 200 € |
| SF-25 | 25 Jahre | 23 % | 184 € |
| SF-30 | 30 Jahre | 21 % | 168 € |
| SF-35+ | 35–50 Jahre | 20 % | 160 € |
Quelle: Tarifbedingungen 2026 (Allianz, HUK-Coburg, AXA · Durchschnitt). Maßgeblich sind die konkreten Bedingungen Ihres Versicherers — Abweichungen von ±3 bis ±8 Prozentpunkten pro Klasse sind branchenüblich.
Sonder-Klassen · SF-Malus M, S und ½
Drei Klassen fallen aus dem regulären Schema heraus und verdienen eigene Erklärung.
SF-Malus M
SF-Malus M ist die teuerste Klasse — bei 230 % Beitragssatz zahlen Sie das 2,3-Fache des Grundbeitrags. Wer landet hier? Drei Gruppen: Fahranfänger ohne Vor-Klasse (wenn keine SF-Klasse aus dem elterlichen oder eigenen Vor-Vertrag übertragen wird), Versicherte mit mehreren Schäden in einem Jahr, sowie Wiedereintreter nach einer Pause von mehr als 7 Jahren (dann gilt die alte SF-Klasse als verfallen).
SF-Malus S
SF-Malus S ist eine Zwischen-Klasse, die manche Versicherer für Sonderkonstellationen verwenden — meist nach einer Rückkehr aus SF-Malus M nach einem schadenfreien Jahr. Sie liegt etwa bei 155 % Beitragssatz.
SF-½
SF-½ ist für Halbjahres-Policen reserviert oder für Versicherte, die wegen eines unterjährigen Vertrags-Beginns noch keine volle Hochstufung auf SF-1 erreicht haben. Beitragssatz: 140 % — also leicht günstiger als SF-Malus, aber teurer als SF-0.
Rückstufung nach Unfall — was konkret passiert
Wer einen Schaden bei seiner Haftpflicht meldet, wird zurückgestuft. Pro Schaden meist um 4 bis 6 Klassen — abhängig von der aktuellen Klasse. Zwei Beispiele zeigen, wie sich das in Euro auswirkt.
Was bei zwei oder mehr Schäden im Jahr passiert, ist überproportional teurer. Aus SF-15 kann bei zwei Schäden eine Rückstufung bis SF-1 oder sogar SF-0 entstehen — Mehrkosten von 5.000 bis 9.000 Euro über die Wieder-Hochstufungs-Periode sind dann realistisch. Drei oder mehr Schäden führen fast immer in SF-Malus M oder S.
Versicherer-Unterschiede im Detail
Die SF-Klassen-Systematik ist branchenweit einheitlich. Was unterschiedlich ist: die konkreten Beitragssätze pro Klasse und die Rückstufungs-Tabellen. Hier ein Vergleich der drei größten deutschen Kfz-Versicherer für fünf Schlüssel-Klassen — alle Werte als Richtwerte aus den 2026er-Tarifbedingungen.
| SF-Klasse | Allianz | HUK-Coburg | AXA |
|---|---|---|---|
| SF-1 | 85 % | 78 % | 88 % |
| SF-5 | 55 % | 50 % | 57 % |
| SF-10 | 38 % | 34 % | 40 % |
| SF-15 | 30 % | 27 % | 32 % |
| SF-25 | 23 % | 20 % | 24 % |
Die HUK-Coburg ist als Direkt-Versicherer in allen Klassen 3 bis 5 Prozentpunkte günstiger als die Allianz und AXA. Bei SF-15 bedeutet das in Zahlen: HUK 216 €, Allianz 240 €, AXA 256 € — also bis zu 40 Euro pro Jahr Differenz für denselben SF-Status. Über zehn Jahre kommen so 400 Euro zusammen.
Allianz · klassische Großversicherer-Logik
Die Allianz folgt der standardmäßigen Rückstufungs-Tabelle: pro Schaden 4 bis 6 Klassen Rückstufung, abhängig von der aktuellen Klasse. Rabattretter-Tarif gegen Aufpreis von etwa 80 bis 120 Euro pro Jahr verfügbar.
HUK-Coburg · Direkt-Versicherer-Standard
Die HUK-Coburg ist günstiger im Beitragssatz, hat aber eine etwas strengere Rückstufungs-Tabelle: bei höheren SF-Klassen erfolgt die Rückstufung pro Schaden meist um eine Klasse mehr als bei Allianz. Rabattretter-Option verfügbar.
AXA · etwas abweichende Rückstufung
Die AXA hat den höchsten Beitragssatz unter den drei Versicherern, dafür eine moderatere Rückstufung — pro Schaden meist nur 3 bis 4 Klassen statt 4 bis 6. Wer eher hohes Schadens-Risiko erwartet, kann hier punkten.
Schaden melden oder selbst zahlen?
Die wichtigste Entscheidung nach einem selbstverschuldeten Schaden ist nicht „welche Versicherung", sondern „melde ich überhaupt?". Die Faustregel: Bagatell-Schäden bis etwa 750 Euro sollten Sie aus eigener Tasche zahlen — nicht über die Versicherung. Zwischen 750 und 2.000 Euro rechnen Sie konkret nach. Über 2.000 Euro fast immer Versicherung.
Wichtig: Diese Entscheidung müssen Sie nicht sofort nach dem Unfall treffen. Die meisten Versicherer geben Ihnen eine Frist von 6 Monaten nach Schadensmeldung, in der Sie die Meldung „zurückziehen" und den Schaden selbst übernehmen können. Das nennt sich „Rückstellung der Schadensmeldung". Reden Sie mit Ihrem Versicherer offen darüber.
Eine dritte Option: der Rabattretter. Wer ihn als Tarif-Baustein abgeschlossen hat, wird bei einem Schaden pro Jahr nicht zurückgestuft — die SF-Klasse bleibt erhalten. Lohnt sich vor allem ab SF-15 aufwärts mit hohem Beitragssatz-Vorteil.
Verursacher-Pfad · Brücke zum Geschädigten
Wenn Sie den Unfall verursacht haben, ist die SF-Klassen-Rückstufung Ihre wichtigste finanzielle Folge. Für den Geschädigten dagegen ist das Gesamtbild relevanter: er hat nach §249 BGB Anspruch auf vollständigen Schadensersatz aus Ihrer Haftpflichtversicherung. Das umfasst Reparaturkosten, Wertminderung, Sachverständigen-Honorar, Mietwagen oder Nutzungsausfall, Anwaltskosten und bei Personenschaden zusätzlich Schmerzensgeld nach §253 BGB.
Diese Kosten zahlt vollständig Ihre Haftpflichtversicherung — nicht Sie persönlich. Die Rückstufung in der SF-Klasse ist das einzige, was Sie über Mehrbeiträge selbst tragen. Sie können dem Geschädigten helfen, indem Sie ihm einen Link auf den Akutphase-Bereich von autounfall.io senden. Damit klärt sich auf seiner Seite, was zu tun ist — und Ihre Versicherung kann den Schaden zügig regulieren, ohne dass es zu Rückfragen oder Verzögerungen kommt.
Senden Sie dem Geschädigten diesen Link
Vorformulierter Text — kopieren oder direkt teilen. Der Geschädigte landet auf einer Übersicht zu seinen Rechten und kann ohne Aufwand den richtigen nächsten Schritt nehmen.
„Hallo, ich war heute in den Unfall mit Ihnen verwickelt. Damit Sie schnell wissen, was Ihnen zusteht und welche Schritte sinnvoll sind: https://autounfall.io/unfall-was-tun/ — dort finden Sie eine Übersicht, was die ersten 24 Stunden zählen. Ich melde den Schaden meiner Haftpflichtversicherung zeitnah."
Keine Provision · kein Tracking · der Geschädigte landet direkt auf der neutralen Editorial-Seite von autounfall.io.
Häufig gestellte Fragen
Welche SF-Klasse habe ich nach 5 unfallfreien Jahren?
Nach fünf schadenfreien Jahren erreichen Sie typisch SF-5 mit einem Beitragssatz von etwa 55 % des Grundbeitrags. Voraussetzung: Sie haben in dieser Zeit keinen Schaden gemeldet und der Versicherer hat Sie regulär hochgestuft. Bei Versicherer-Wechsel wird die SF-Klasse gesetzlich mitgenommen — die Anrechnung erfolgt nach Bestätigung des Vorversicherers.
Was passiert mit meiner SF-Klasse bei Versicherer-Wechsel?
Die SF-Klasse wird vollständig mitgenommen — das ist gesetzlich geregelt. Der neue Versicherer fordert beim alten eine SF-Bestätigung an und stuft Sie entsprechend ein. Wichtig: die Beitragssätze pro SF-Klasse unterscheiden sich zwischen Versicherern um 3 bis 8 Prozentpunkte. Bei SF-15 kann der Beitrag deshalb je nach Anbieter um 100 bis 200 Euro pro Jahr abweichen.
Ab welcher Schadenshöhe lohnt sich Selbstzahlung?
Faustregel: bei Bagatell-Schäden bis etwa 750 Euro fast immer Selbstzahlung. Zwischen 750 und 2.000 Euro lohnt sich eine konkrete Rechnung — bei höheren SF-Klassen (ab SF-15) ist die Rückstufungs-Differenz über 5 bis 7 Jahre kumulativ oft höher als der Schaden selbst. Über 2.000 Euro ist die Versicherung in der Regel sinnvoller, weil die Rückstufungs-Mehrkosten den Schaden nicht aufwiegen.
Wann gilt SF-Malus M oder S?
SF-Malus M (Beitragssatz 230 % oder höher) und SF-S werden bei mehreren Schäden im selben Jahr oder bei Tarif-Wechsel ohne ausreichende Vor-SF-Klasse angewendet. Konkret: drei oder mehr Schäden in einem Jahr führen fast immer zu SF-Malus. Wer aus der SF-Malus-Klasse herauswill, braucht durchgehend schadenfreie Jahre — eine Rückkehr zur Normalklasse SF-1 dauert je nach Versicherer 6 bis 12 Monate.
Wie lange dauert es, bis ich nach Rückstufung wieder hochgestuft bin?
Pro schadenfreiem Jahr eine Klasse aufwärts. Wer von SF-15 auf SF-9 zurückgestuft wurde, braucht sechs Jahre, um wieder auf SF-15 zu kommen. Während dieser Zeit zahlt man pro Jahr typisch 80 bis 150 Euro Mehrbeitrag — kumuliert über sechs Jahre also 480 bis 900 Euro. Diese Rechnung entscheidet oft, ob man kleine Schäden besser selbst zahlt.
Ist die SF-Klassen-Tabelle bei allen Versicherern gleich?
Die SF-Klassen-Systematik selbst ist branchenweit einheitlich — die Beitragssätze pro Klasse sind aber Tariff-Sache. Großversicherer wie Allianz, HUK-Coburg und AXA weichen um 3 bis 8 Prozentpunkte voneinander ab. Auch die Rückstufungs-Regeln pro Schaden unterscheiden sich leicht: manche Versicherer stufen pro Schaden eine Klasse zurück, andere mehrere. Im konkreten Vertrag steht die Rückstufungstabelle Ihres Versicherers.
Kann ich meine SF-Klasse vererben oder übertragen?
An Ehepartner und eingetragene Lebenspartner: bei fast allen Versicherern möglich. An Kinder: meist möglich, aber begrenzt auf die Anzahl Jahre, die das Kind selbst hätte fahren können (Führerschein-Alter 17 oder 18 als Grenze). An Eltern, Geschwister oder Dritte: nur eingeschränkt und nicht bei allen Versicherern. Ein „Vererben“ im klassischen Sinn gibt es nicht — die Übertragung erfolgt auf Antrag, solange beide Personen aktive Versicherungsverträge haben.
Keine Rechtsberatung. Die Einordnung hängt vom Einzelfall ab — bei strittiger Lage einen Anwalt für Verkehrsrecht einschalten. Inhaltliche Begleitung: LexDrive UG. Stand: Mai 2026.