Schmerzensgeld bei Knochenbruch · was zahlt der Versicherer
Schmerzensgeld bei Knochenbruch: Rippenbruch 1.500–3.500 €, Beinbruch 4.000–18.000 €, Beckenbruch 8.000–35.000 €. BGH-Az + Tabelle.
Schmerzensgeld · Vertiefung
Schmerzensgeld bei Knochenbruch · was zahlt der Versicherer
Schnell-Antwort
Bei einem unfallbedingten Knochenbruch liegt das Schmerzensgeld typisch zwischen 1.500 € (Rippenbruch ohne Dauerfolge) und 35.000 € (Beckenbruch mit Hüft-TEP). BGH-Az. VI ZR 51/04 bemisst nach Heilungsdauer, OP-Notwendigkeit, Komplikationen und Dauerfolgen.
Definition
Ein Knochenbruch (Fraktur) ist eine unfallbedingte Kontinuitätsunterbrechung des Knochens, die nach ICD-10 in Klassen wie S22 (Rippen), S82 (Unterschenkel), S32 (Becken) und S52 (Unterarm) kategorisiert wird. Die Schmerzensgeld-Höhe richtet sich nach Lokalisation, OP-Pflicht und Dauerfolgen — Spannweite 1.500 € bis 35.000 €.
Rechtsrahmen + Werte
BGH, Urteil 24.05.2005, Az. VI ZR 51/04 · Schmerzensgeld bei Knochenbrüchen bemisst sich nach (1) Heilungsdauer und Schmerzintensität, (2) Notwendigkeit operativer Eingriffe, (3) Komplikationen wie Pseudoarthrose oder Infektion, (4) Dauerfolgen wie Bewegungseinschränkung oder Versteifung.
Typische Heilungs-Zeiten: Rippenbruch 4–6 Wochen (1.500–3.500 €), Unterarmbruch 6–8 Wochen (3.000–6.500 €), Unterschenkelbruch ohne OP 8–12 Wochen (4.000–8.000 €), Unterschenkelbruch mit OP + Marknagel 4–6 Monate (8.000–18.000 €), Beckenbruch + Hüft-TEP 6–12 Monate (12.000–35.000 €). Bei Komplikationen wie Infektion oder Pseudoarthrose: +30–80 %.
Übersicht in Zahlen
| Variante | Wert / Range | Bezug |
|---|---|---|
| Rippenbruch (1 Rippe) | 1.500–2.500 € | 4–6 Wochen Heilung |
| Rippen-Serie (2–3 Rippen) | 2.500–4.000 € | 6–8 Wochen Heilung |
| Nasenbeinbruch unverschoben | 1.000–2.500 € | BGH VI ZR 100/04 |
| Unterarmbruch (Speiche) | 3.000–6.500 € | 6–8 Wochen Heilung |
| Oberschenkelbruch ohne OP | 5.000–10.000 € | 10–14 Wochen Heilung |
| Oberschenkelbruch mit OP | 10.000–22.000 € | Marknagel-Implantat |
| Beckenbruch | 8.000–18.000 € | ohne Hüft-Beteiligung |
| Beckenbruch mit Hüft-TEP | 18.000–35.000 € | BGH VI ZR 65/10 |
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Häufig gestellte Fragen
Welcher Knochenbruch ist beim Auffahrunfall typisch?
Rippenbruch (Gurt-Krafteinwirkung), HWS-Beteiligung, bei höheren Geschwindigkeiten auch Beckenbruch. Beinbrüche eher bei Frontalkollisionen oder Fußgänger-Unfällen.
Wie wirkt sich eine OP auf die Höhe aus?
OP erhöht das Schmerzensgeld um typisch 50–100 %, weil OP-Risiko, postoperative Schmerzen und längere Heilung dazukommen. Komplikationen (Infektion) weitere +30–50 %.
Was sind Dauerfolgen?
Bewegungseinschränkung, Verkürzung, Gehbeschränkung, Knorpel-Schaden, dauerhafte Schmerzen. Müssen über orthopädisches Gutachten dokumentiert sein.
Wie hoch ist Schmerzensgeld bei Beckenbruch mit Hüft-TEP?
Typisch 18.000–35.000 € (BGH-Az. VI ZR 65/10). Begründung: lange OP, 6–12 Monate Reha, dauerhafte Beweglichkeits-Einschränkung.
Was, wenn der Bruch nicht richtig verheilt?
Pseudoarthrose (Falschgelenk) ist Dauerfolge — Schmerzensgeld erhöht sich um 40–80 %. Zusätzlich Heilbehandlungs-Kosten und ggf. Verdienstausfall nach §§ 842, 843 BGB.
Quellen
- Hacks/Wellner-Schmerzensgeld-Tabelle 2024 (44. Auflage)
- BGH-Rechtsprechung VI. Zivilsenat · höchstrichterliche Linie
- BVSK-Honorartabelle 2024 · Honorarkorridor V
- GDV-Statistik 2024 · Verkehrsunfälle und Personenschäden
- ICD-10-GM 2024 · medizinische Klassifikation
- § 249 BGB · § 253 BGB · § 287 ZPO · höchstrichterliche Auslegung
Keine Rechtsberatung. Die Einordnung hängt vom Einzelfall ab — bei strittiger Lage einen Anwalt für Verkehrsrecht einschalten. Inhaltliche Begleitung: LexDrive UG. Stand: Mai 2026.