KBA-Nummer: HSN und TSN im Fahrzeugschein einfach erklärt
Die KBA-Nummer ist die amtliche Schlüsselnummer Ihres Fahrzeugs und besteht aus zwei Teilen: der HSN (Herstellerschlüsselnummer, 4-stellig) und der TSN (Typschlüsselnummer, alphanumerisch). Sie steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I in den Feldern 2.1 und 2.2 und identifiziert Ihr Fahrzeug eindeutig — wichtig für Versicherung, Ersatzteile, Hauptuntersuchung und für die Schadenabwicklung nach einem Unfall.
Das Kürzel KBA steht für das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg. Diese Behörde vergibt die Schlüsselnummern für jeden in Deutschland zugelassenen Fahrzeugtyp und führt sie in einer zentralen Datenbank.
Wo finde ich die KBA-Nummer im Fahrzeugschein?
Antwort zuerst: Sie finden die KBA-Nummer in der Zulassungsbescheinigung Teil I — das ist das Dokument, das Sie im Auto mitführen müssen. Suchen Sie nach den Feldern mit den Kennziffern 2.1 und 2.2.
- Feld 2.1 — HSN (Herstellerschlüsselnummer): eine vierstellige Zahl, die den Hersteller verschlüsselt (z. B. steht eine bestimmte Nummer für Volkswagen, eine andere für BMW).
- Feld 2.2 — TSN (Typschlüsselnummer): eine Kombination aus Buchstaben und Ziffern, die den genauen Fahrzeugtyp, die Variante und die Ausführung beschreibt.
In alten Fahrzeugscheinen (vor Oktober 2005) finden Sie die Angaben an anderer Stelle: Die HSN stand damals unter „zu 2" und die TSN unter „zu 3".
Wichtig: In der Zulassungsbescheinigung Teil II (früher Fahrzeugbrief) stehen die Schlüsselnummern in der Regel ebenfalls, aber dieses Dokument bewahren Sie zu Hause auf und führen es nicht mit.
Was bedeuten HSN und TSN genau?
Antwort zuerst: HSN und TSN sind zusammen wie ein Fingerabdruck Ihres Fahrzeugmodells. Die HSN sagt, wer das Fahrzeug gebaut hat, die TSN sagt, was genau es für ein Modell mit welcher Motorisierung und Ausstattungslinie ist.
Erst die Kombination beider Nummern ist eindeutig. Zwei Fahrzeuge desselben Herstellers haben dieselbe HSN, unterscheiden sich aber über die TSN — etwa ein Kombi mit Dieselmotor gegenüber einer Limousine mit Benziner. Genau diese Genauigkeit ist der Grund, warum Versicherer, Werkstätten und Kfz-Sachverständige mit der Schlüsselnummer arbeiten statt nur mit dem Modellnamen.
Die TSN war früher dreistellig; bei moderneren Fahrzeugen kann sie länger und alphanumerisch sein, um die wachsende Zahl an Varianten abzubilden.
Wofür brauche ich die KBA-Nummer?
Antwort zuerst: Sie brauchen die Schlüsselnummer immer dann, wenn Ihr Fahrzeug technisch eindeutig bestimmt werden muss. Die häufigsten Fälle:
- Kfz-Versicherung: Über HSN und TSN ermittelt der Versicherer die Typklasse und damit den Beitrag. Beim Wechsel oder Abschluss einer Versicherung werden beide Nummern abgefragt.
- Ersatzteile bestellen: Werkstätten und Teilehändler identifizieren über die Schlüsselnummer das passende Teil — vom Bremsbelag bis zum Stoßfänger.
- Hauptuntersuchung (TÜV/DEKRA): Die Prüforganisation gleicht die Fahrzeugdaten über die Schlüsselnummer ab.
- Reifenfreigabe: Welche Reifengrößen für Ihr Fahrzeug zulässig sind, hängt vom über die Schlüsselnummer bestimmten Typ ab.
- Schadenabwicklung nach einem Unfall: Der Kfz-Sachverständige nutzt HSN/TSN zur korrekten Fahrzeugidentifikation, zur Bewertung von Wiederbeschaffungswert und Restwert und zur Kalkulation der Reparaturkosten.
Gerade nach einem unverschuldeten Unfall ist die saubere Fahrzeugidentifikation die Grundlage für ein belastbares Gutachten. Wenn der Fahrzeugtyp falsch zugeordnet wird, stimmen am Ende auch Wiederbeschaffungswert und Schadenhöhe nicht.
KBA-Nummer ohne Fahrzeugschein herausfinden
Antwort zuerst: Ohne die Zulassungsbescheinigung ist es schwieriger, aber nicht unmöglich. Die zuverlässigste Quelle bleibt das Dokument selbst. Falls es nicht greifbar ist, helfen folgende Wege:
- Versicherungsunterlagen: In Ihrer Police oder im Online-Kundenkonto sind HSN und TSN oft hinterlegt.
- Zulassungsstelle: Die für Sie zuständige Kfz-Zulassungsbehörde kann anhand des Kennzeichens und Ihres Ausweises Auskunft geben.
- Hersteller/Werkstatt: Über die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) kann eine Vertragswerkstatt das Modell bestimmen.
Von kostenpflichtigen Online-Diensten, die angeblich „jede" Schlüsselnummer liefern, raten wir ab, solange Sie die Daten kostenlos aus Ihren eigenen Unterlagen bekommen.
KBA-Nummer und HIS-Datenbank — kein Zusammenhang
Antwort zuerst: Die KBA-Schlüsselnummer hat nichts mit dem Hinweis- und Informationssystem (HIS) der Versicherungswirtschaft zu tun. Die Schlüsselnummer beschreibt den Fahrzeugtyp; das HIS speichert auffällige Vorgänge wie gehäufte Schadenmeldungen. Wer nach einem Unfall recherchiert, verwechselt beides leicht — es sind aber zwei völlig getrennte Systeme.
KBA-Schlüsselnummer und FIN: zwei verschiedene Kennungen
Antwort zuerst: Die Schlüsselnummer (HSN/TSN) beschreibt den Fahrzeugtyp, die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) identifiziert dagegen genau Ihr einzelnes Fahrzeug. Beide werden leicht verwechselt, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Die FIN (international: VIN) ist eine 17-stellige Kennung, die jedes Fahrzeug weltweit eindeutig macht — vergleichbar mit einer Seriennummer. Sie steht ebenfalls in der Zulassungsbescheinigung (Feld E) und ist zusätzlich am Fahrzeug selbst eingeprägt. Während HSN/TSN sagen, welcher Typ das Auto ist, sagt die FIN, welches konkrete Exemplar. Für die Schadenabwicklung sind beide nützlich: Die Schlüsselnummer ordnet das Modell ein, die FIN sichert die Identität genau Ihres Fahrzeugs.
Warum die richtige Fahrzeugidentifikation nach einem Unfall zählt
Antwort zuerst: Stimmt die Typzuordnung nicht, stimmen auch Wiederbeschaffungswert, Restwert und Reparaturkalkulation nicht — und damit Ihr Schadenersatz.
Ein Kfz-Sachverständiger bewertet nach einem Unfall den Wert Ihres Fahrzeugs und die Reparaturkosten. Grundlage ist die exakte Fahrzeugbestimmung über HSN/TSN und FIN. Wird Ihr Auto einem schwächer ausgestatteten oder älteren Typ zugeordnet, fällt der ermittelte Wert zu niedrig aus — zu Ihrem Nachteil. Achten Sie deshalb darauf, dass dem Gutachter vollständige und korrekte Fahrzeugpapiere vorliegen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die KBA-Nummer beim Auto?
Die KBA-Nummer ist die amtliche Schlüsselnummer Ihres Fahrzeugs, vergeben vom Kraftfahrt-Bundesamt. Sie besteht aus der Herstellerschlüsselnummer (HSN) und der Typschlüsselnummer (TSN) und identifiziert den Fahrzeugtyp eindeutig. Sie steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I in den Feldern 2.1 und 2.2.
Wo steht die HSN und TSN im Fahrzeugschein?
Die HSN steht in Feld 2.1, die TSN in Feld 2.2 der Zulassungsbescheinigung Teil I. In Fahrzeugscheinen, die vor der Dokumentenumstellung ausgestellt wurden, finden Sie die HSN unter „zu 2" und die TSN unter „zu 3".
Was ist der Unterschied zwischen HSN und TSN?
Die HSN ist eine vierstellige Zahl und verschlüsselt den Hersteller. Die TSN ist alphanumerisch und beschreibt den genauen Typ inklusive Variante und Ausführung. Erst beide Nummern zusammen bestimmen das Fahrzeug eindeutig; die HSN allein reicht nicht.
Brauche ich die KBA-Nummer nach einem Unfall?
Indirekt ja. Der Kfz-Sachverständige nutzt HSN und TSN, um Ihr Fahrzeug korrekt zu identifizieren und Wiederbeschaffungswert, Restwert und Reparaturkosten richtig zu bewerten. Sie selbst müssen die Nummer meist nicht heraussuchen — sie steht in Ihren Fahrzeugpapieren, die der Gutachter ohnehin einsieht.
Kann ich die KBA-Nummer online herausfinden?
Am sichersten finden Sie die Nummer in der Zulassungsbescheinigung oder in Ihren Versicherungsunterlagen. Über die FIN kann eine Werkstatt oder die Zulassungsstelle das Modell bestimmen. Kostenpflichtige Online-Dienste sind in der Regel unnötig.
Ändert sich die KBA-Nummer bei Umbauten?
Eintragungspflichtige Änderungen am Fahrzeug können dazu führen, dass sich Einträge in den Papieren ändern. Die grundlegende Typzuordnung über HSN/TSN bleibt aber an den ursprünglichen Fahrzeugtyp gebunden.
Quellen
- Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), Flensburg — Vergabe der Schlüsselnummern
- Zulassungsbescheinigung Teil I, Felder 2.1 / 2.2 — Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV)
- Format und Stellenanzahl von HSN & TSN
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