„Eine Wertminderung sehen wir nicht“ — oft zu Unrecht
Ein repariertes Unfallauto ist weniger wert als ein unfallfreies — auch wenn man nichts mehr sieht. Genau das ist die merkantile Wertminderung.
Was die merkantile Wertminderung ist
Auch nach perfekter Reparatur bleibt ein Auto ein Unfallwagen — und erzielt beim Verkauf weniger. Diesen Marktnachteil gleicht die merkantile Wertminderung aus. Sie ist ein eigener Schadenposten, unabhängig davon, ob Sie verkaufen.
Wann sie zusteht
Faustregeln: Fahrzeugalter bis etwa 5 Jahre, Laufleistung unter rund 100.000 km, und ein nicht ganz unerheblicher Schaden. Die Höhe schätzt der Gutachter (gängige Methoden wie Ruhkopf/Sahm oder BVSK) — der Rechner unten gibt einen groben Richtwert.
Musterbrief: Wertminderung nachfordern (zum Kopieren)
Wenn die Wertminderung pauschal abgelehnt wurde.
zum Schaden [Aktenzeichen] haben Sie die merkantile Wertminderung abgelehnt. Mein Gutachten weist sie mit [Betrag] € aus; Fahrzeugalter und Laufleistung liegen im einschlägigen Bereich.
Ich fordere die Erstattung der Wertminderung binnen 14 Tagen.
Mit freundlichen Grüßen
[Name]
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Häufig gestellte Fragen
Bekomme ich Wertminderung nur, wenn ich verkaufe?
Nein. Sie ist ein eigener Schadenposten und steht unabhängig vom Verkauf zu.
Bei welchen Fahrzeugen entfällt sie?
Bei sehr alten oder sehr hochlaufigen Fahrzeugen sowie bei Bagatellschäden ist sie meist gering oder entfällt.
Wie wird die Höhe ermittelt?
Gutachterlich, etwa nach Ruhkopf/Sahm oder der BVSK-Methode — als Richtwert oft 5–15 % der Reparaturkosten.
Quellen: §249 BGB; BGH VI ZR 357/03 (merkantile Wertminderung, 23.11.2004); Ruhkopf/Sahm, BVSK — gesetze-im-internet.de. Keine Rechtsberatung — Einordnung im Einzelfall. Inhaltliche Begleitung: LexDrive UG.